Wagner Act I Scene 5-1 Begehrt, Herrin, Was Ihr Wünscht. - Lyrics Hosting

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Act I Scene 5-1 Begehrt, Herrin, Was Ihr Wünscht. lyrics

by Wagner


Tristan
Begehrt, Herrin,
was Ihr wünscht.

Isolde
Wüßtest du nicht,
was ich begehre,
da doch die Furcht,
mir's zu erfüllen,
fern meinem Blick dich hielt?

Tristan
Ehrfurcht
hielt mich in Acht.

Isolde
Der Ehre wenig
botest du mir;
mit off'nem Hohn
verwehrtest du
Gehorsam meinem Gebot.

Tristan
Gehorsam einzig
hielt mich in Bann.

Isolde
So dankt' ich Geringes
deinem Herrn,
riet dir sein Dienst
Unsitte
gegen sein eigen Gemahl?

Tristan
Sitte lehrt,
wo ich gelebt:
zur Brautfahrt
der Brautwerber
meide fern die Braut.

Isolde
Aus welcher Sorg'?

Tristan
Fragt die Sitte!

Isolde
Da du so sittsam,
mein Herr Tristan,
auch einer Sitte
sei nun gemahnt:
den Feind dir zu sühnen,
soll er als Freund dich rühmen.

Tristan
Und welchen Feind?

Isolde
Frag deine Furcht!
Blutschuld
schwebt zwischen uns.

Tristan
Die ward gesühnt.

Isolde
Nicht zwischen uns!

Tristan
Im offnen Feld
vor allem Volk
ward Urfehde geschworen.

Isolde
Nicht da war's,
wo ich Tantris barg,
wo Tristan mir verfiel.
Da stand er herrlich,
hehr und heil;
doch was er schwur,
das schwurt ich nicht:
zu schweigen hatt' ich gelernt.
Da in stiller Kammer
krank er lag,
mit dem Schwerte stumm
ich vor ihm stund:
schwieg da mein Mund,
bannt' ich meine Hand
doch was einst mit Hand
und Mund ich gelobt,
das schwur ich schweigend zu halten.
Nun will ich des Eides walten.

Tristan
Was schwurt Ihr, Frau?

Isolde
Rache für Morold!

Tristan
Müht Euch die?

Isolde
Wagst du zu höhnen?
Angelobt war er mir,
der hehre Irenheld;
seine Waffen hatt' ich geweiht;
für mich zog er zum Streit.
Da er gefallen,
fiel meine Ehr':
in des Herzens Schwere
schwur ich den Eid,
würd' ein Mann den Mord nicht sühnen,
wollt' ich Magd mich des erkühnen.
Siech und matt
in meiner Macht,
warum ich dich da nicht schlug?
Das sag dir selbst mit leichtem Fug.
Ich pflag des Wunden,
daß den Heilgesunden
rächend schlüge der Mann,
der Isolde ihm abgewann.
Dein Los nun selber
magst du dir sagen!
Da die Männer sich all ihm vertragen,
wer muß nun Tristan schlagen?